Erlebnisparcours

 

 

Erlebnispädagogik als Methode zur Vermittlung beruflicher Handlungskompetenz

 

 

Unsere gesellschaftliche Entwicklung zeigt, dass junge Menschen heute nicht mehr auf bisherige, weitgehend stabile Verhältnisse, vor allem im Hinblick auf das Ausbildungs- und Arbeitsleben zurückgreifen können. Es zeichnet sich eine Tendenz ab, dass die Zahl derer steigt, die auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft geringe Chancen haben. Dies trifft besonders auf den Personenkreis des Berufsvorbereitungsjahres zu, da die schulische Grundbildung und die persönlichen Ressourcen nicht ausreichend sind, um in der Arbeitswelt erfolgreich sein zu können.

Zunehmend fehlt es diesen Jugendlichen an Motivation, ihre bisher erworbenen Kompetenzen zu erweitern. Viele haben eine Reihe von Misserfolgen erfahren. Dies hat zur Folge, dass geringes Selbstwertgefühl, Unlust und Perspektivlosigkeit von ihnen diffus empfunden werden.

 

Die Einbindung von erlebnispädagogischen Konzepten stellt eine außergewöhnliche Chance dar, die Lernbereitschaft von Jugendlichen mit Motivations- und Leistungsproblemen zu wecken oder zu steigern.

Das Erleben von Grenzerfahrungen in der Gruppe fordert die Fertigkeiten zur individuellen Lebensbewältigung. Außerdem werden Fähigkeiten zur zwischenmenschlichen Kommunikation und Kooperation in Schule und Beruf gefördert. Dies schafft Erfolgserlebnisse, die motivieren, als Gruppe gemeinsam zu lernen und zu wachsen.

Die Erlebnispädagogik übernimmt in diesem Zusammenhang eine wichtige Funktion zur Erweiterung von vorhandenen Schlüsselqualifikationen.

 

Die Voraussetzungen für Handlungsfähigkeit in den unterschiedlichen Lebenslagen und im Beruf sind:

 

●   Empathiefähigkeit

●   Engagement und lustvolles Lernen

●   Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit

●   Neugierde und Mut

●   Bereitschaft zum Risiko und zur Übernahme von Verantwortung

●   Konfliktfähigkeit

●   Denk-, Reflexions- und Lernfähigkeit

●   Methoden- und Planungskompetenz

●   Teamfähigkeit

●   Zielorientierung

 

Die jeweiligen erlebnispädagogischen Aktivitäten sind so aufgebaut, dass der Einsatz der oben aufgezählten Kompetenzen notwendig ist und möglich wird.

Denken, Fühlen und Handeln werden hier gleichermaßen gefordert. Körper, Geist und Seele sind beteiligt. Altes Verhalten kann somit in der Bewegung abgelegt und neues Verhalten eingeübt werden, nach dem Lernprinzip:

 

Sag mir wie, und ich vergesse es.

Zeig mir wie, und ich werde mich erinnern.

Lass es mich erleben, und ich werde es verstehen.

 

Durch das Schaffen besonders intensiver Erlebnissituationen werden Perspektiven erweitert und Wertvorstellungen verändert. Die Jugendlichen werden dazu angeregt, ihr bisheriges negatives Verhalten im privaten, schulischen und beruflichen Alltag zu überdenken, um neue Wege des konstruktiven Miteinanders zu erproben.

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