Das Fach Politik - die Enstehungsgeschichte


Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurde aus dem allgemeinbildenden Unterrichtsfach Staatsbürgerkunde das Fach Gemeinschaftskunde und dann Mitte der 90er Jahre das Fach Politik. Vor allem die stoff- und inhaltsüberfrachteten Richtlinien des Faches Gemeinschaftskunde, die seit 1983 in Kraft waren, wurden häufig kritisiert. Der stofforientierte, additiv  zusammengestellte Maximalkatalog passte auch nicht mehr zu den neugeordneten Ausbildungsberufen und den Vereinbarungen der Kultusminister Konferenz (KMK) zur Berufsschule mit ihren Forderungen nach beruflicher Handlungs und gesellschaftlicher Gestaltungskompeten.

Eine kleine, hochkarätige Kommission mit den Beratern Prof. Wiemann und Prof. Weinbrenner erhielten Auftrag, die alten Richtlinien zu überarbeiten, und 1993 lag der Entwurf für neue, qualifikationsorientierte Rahmenrichtlinien vor.

 Ausgehend von der Leitidee einer politischen Gestaltungskompetenz wurden Qualifikationsorientierung und inhaltliche Offenheit als Grundpositionen gesetzt! Dazu gehört auch die Umbenennung des Unterrichtsfaches in Politik, da der alte Gemeinschaftskunde-Begriff mit wissensvermittelnder Kunde und einer harmonischen Staatsgemeinschaft nicht mehr zeitgemäß erschien.

Diese neuen Rahmenrichtlinien gehen von einem mehrdimensionalen Politikverständnis aus.

Danach umfasst Politik:
die Inhalte, die durch Politik verwirklicht werden sollen, wie z.B. Arbeitsmarktpolitik, um die Arbeitslosigkeit zu verringern.
die Formen, in denen Politik vorgefunden wird, z.B. Institutionen wie Bundestag, Landtage oder Stadträte.
die Prozesse, die zwischen den Beteiligten ablaufen, z.B. Tarifpolitik zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften.

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